Restaurierung der Mitra-Fragmente des Erzbischofs Dietrich von Portitz aus dem Magdeburger Dom

Magdeburger Altstadt. Der Vorstand des Magdeburger Museumsvereins hat sich bei seiner letzten Sitzung für ein aktuelles Spendenziel entschieden: Alle künftig gesammelten Spenden werden für die Restaurierung der Mitra-Fragmente des Magdeburger Erzbischofs Dietrich von Portitz (reg. 1361-1367) verwendet. Start ist anlässlich der Magdeburger Kulturnacht am 24. September.

Dietrich von Portitz wurde um 1300 geboren und entstammte einer begüterten Stendaler Familie. Dietrichs Karriere ist beeindruckend: Er war Zisterzienser im Kloster Lehnin, dann im Verwaltungsdienst des Bischofs von Brandenburg, Weihbischof und Bischof von Minden, bevor er im Dienst von Kaiser Karl IV. zum persönlichen Sekretär und kaiserlichen Rat aufstieg. Unter direkter Einflussnahme des Kaisers wurde Dietrich von Portitz im Jahre 1361 zum Erzbischof von Magdeburg ernannt.

„Dietrich von Portitz ist eng mit der Magdeburger Geschichte verwoben: in seine Amtszeit als Erzbischof fällt ein Ereignis ganz besonderer Art, nämlich die Schlussweihe des Magdeburger Doms am 22. Oktober 1363“, erklärt Dr. Claus-Peter Hasse, Kurator der Abteilung Mittelalter am Kulturhistorischen Museum.

Erzbischof Dietrich von Portitz starb am 17. Dezember 1367. Sein Grab erhielt er im Chor des Magdeburger Domes. Im Jahr 1896 stieß man dort tatsächlich auf das Grab des Kirchenfürsten. Sein Skelett und seine Kleidung waren gut erhalten. Der Schädel trug eine Mitra aus Goldbrokat.

Bis heute sind zwei Reste der Mitra Erzbischof Dietrichs im Kulturhistorischen Museum Magdeburg erhalten. Es handelt sich um eine Goldborte, die von Löwen und Greifen geziert wird, und einen Rest der sogenannten Vittae, einer Kopfbinde.

„Bei beiden Fragmenten handelt es sich um außerordentliche und rare Zeugnisse der mittelalterlichen Textilkunst von höchster Qualität“, so Hasse weiter.

Aufgrund des sehr fragilen Erhaltungsgrades ist eine Restaurierung der Fragmente dringend notwendig. Beide Stücke müssen vorsichtig gereinigt, konserviert und fixiert werden.

„Der Magdeburger Museumsverein hat sich mit der Restaurierung der Mitra-Fragmente ein neues Spendenziel gesetzt. Die Arbeiten zur Restauration der Textilfragmente belaufen sich auf ca. 4500,– Euro. Wir haben uns damit ein Spendenziel gesetzt, das einen engen Bezug zur Stadt Magdeburg hat und gleichzeitig den hohen Ansprüchen des Magdeburger Museumsvereins gerecht wird“, erklärt Dr. Helmut Hörold, Vorsitzender des Magdeburger Museumsvereins, das Engagement des Vereins.

Anlässlich der Magdeburger Kulturnacht am 24. September ist der Museumsverein wieder mit einem Informationsstand vertreten. Die Mitglieder des Vereins stehen interessierten Bürgerinnen und Bürgern an diesem Abend für weitere Fragen – auch hinsichtlich der Mitra-Fragmente – zur Verfügung. Alle gesammelten Spenden werden für deren Restaurierung verwendet, die ab Spätherbst 2018 im neuen Museum am Dom den Magdeburgerinnen und Magdeburgern präsentiert werden sollen.